PAPIERTHEATER HERINGSDORF


ORPHEUS IN DER UNTERWELT

Operette von Jacques Offenbach

Fassung für Papiertheater

Spieldauer: ca. 35 Minuten

1. Akt

(Erstes Bild)

Die Handlung spielt auf der Erde, bei Theben im antiken Griechenland.

Das Ehepaar Orpheus und Eurydike hat sich auseinandergelebt. Er hätte sich längst von seiner ungeliebten Gattin getrennt, wäre da nicht die Öffentliche Meinung. Eurydike, die ein gelangweiltes Leben führt, weiß das, und es stört sie nicht weiter. Auch sie hat einen Geliebten, den Schäfer Aristäus. Was Eurydike nicht weiß, ist, dass ihr Liebhaber Aristäus tatsächlich Pluto, der Herr der Unterwelt, ist. Pluto will seine Geliebte in die Unterwelt verführen und wartet auf einen günstigen Zeitpunkt. Nach einem Streit zwischen den Eheleuten sieht Pluto seine Zeit gekommen.

(Zweites Bild)

Auf dem Götterberg Olymp.

Auch bei den Göttern herrscht Langeweile und Überdruss. Juno, die Gemahlin Jupiters, macht ihrem Göttergatten eine Szene. Auf Erden sei eine wunderschöne Frau von einem Gott entführt worden. Jupiter streitet ab, etwas mit dieser Entführung zu tun zu haben.
Da kommt Merkur, der Götterbote, mit der Nachricht, Pluto sei eben von einem Aufenthalt auf Erden mit einer wunderschönen Frau namens Eurydike in die Unterwelt zurückgekehrt. Jupiter ist erfreut, ist er doch durch diese Nachricht vorerst der Vorwürfe enthoben. Um seiner Unschuld Nachdruck zu verleihen, zitiert er Pluto aus der Unterwelt auf den Olymp. Pluto erscheint vor dem obersten Gott, doch er leugnet die Entführung.
Da erscheint Orpheus zusammen mit der Öffentlichen Meinung und fordert seine Frau zurück. Jupiter beschließt, die Sache in der Unterwelt genauer zu untersuchen. Er will Eurydike aus der Unterwelt holen, aber nicht für Orpheus, sondern für sich selbst. Die gesamte Götterschar folgt ihm in Plutos Höllenreich.

2. Akt

(Drittes Bild)

Unterwelt, in Plutos Boudoir.

Hier hält Pluto die entführte Eurydike versteckt. Bewacht wird sie von Styx, dem stets betrunkenen Diener Plutos. Styx umwirbt die Schöne und erzählt ihr von seiner Zeit in Reichtum und Pracht als Prinz von Arkadien. Doch Eurydike lässt das kalt. Sie sehnt sich zurück zu ihrem Mann auf Erden. Der Reiz des Abenteuers ist bereits verblasst. Die vom Olymp in der Unterwelt eingetroffenen Götter können das Versteck der Eurydike zunächst nicht finden. Doch Jupiter ist misstrauisch. In Gestalt einer Fliege kommt er durchs Schlüsselloch und entdeckt Eurydike. Er scharwenzelt um sie herum, gibt sich als oberster Gott zu erkennen und verspricht ihr, sie zu befreien und mit auf den Olymp zu nehmen.

(Viertes Bild)

Pluto gibt ein Höllenfest.

Jupiter erntet allgemeinen Beifall mit einem Menuett, das sich alsbald zu einem wilden Cancan steigert. Eurydike ist als Bacchantin auf dem Fest. Abermals wird die göttliche Gesellschaft von Orpheus in Begleitung der Öffentlichen Meinung gestört. Doch Jupiter denkt nicht daran Eurydike Orpheus zurückzugeben. Doch auch Pluto soll Eurydike nicht haben, und so bestimmt Jupiter: Nein, eine Bacchantin mach’ ich jetzt aus ihr.